Der Ursprung der Gartenzwerge

Woher kommen die Gartenzwerge?
Wo ist der Ursprung der Gartenzwerge zu finden?

Seit einigen Jahren versuchen Forscher, der ernsten unernsten Wissenschaft Nanologie (Zwergenkunde) dem Ursprung der Gartenzwerge auf den Grund zu gehen.

Vor allem der selbst ernannte Professor Fritz Friedmann ist der Lösung des Geheimnisses sehr nahe gekommen.

Zwar ist bisher nichts bewiesen, aber aus den Erkenntnissen der Nanologen, aus alten Chroniken, überlieferten Sagen und Märchen lässt sich der mögliche Hergang ableiten.

Gartenzwerge sind kleine Einwanderer aus dem Süden

Die Urahnen der Gartenzwerge lebten schon lange vor unserer Zeitrechnung.
Kletternder GartenzwergVermutlich waren es kleine Bergleute aus Griechenland, die auf der Suche nach Bodenschätzen in unseren Breiten siedelten.

Womöglich stammen die heutigen Gartenzwerge aber auch von Pygmäen ab, die als Sklaven in den Bergwerken der Osttürkei geschuftet haben. Dies würde auch die Mützenform erklären, denn südländische Völker trugen damals schon die zipfligen, so genannten phrygischen Mützen.

Dass sie Bergmännlein waren, gilt als sehr wahrscheinlich.
Jahrhunderte alte Abbildungen zeigen uns, dass die heutigen Gartenzwerge ihren Stammvätern sehr ähnlich sind.

In jenem, sprengstofflosen, Zeitalter waren die Stollen der Bergwerke noch eng und niedrig. Deshalb schürften fast nur kleine Menschen, Zwerge genannt, nach Silber, Gold und anderen Schätzen. Ständig stießen die Zwerge sich den Kopf am Gestein, darauf hin stopften sie ihre Mützen bis in den Zipfel aus und der Schutzhelm war erfunden.

Sie trugen vorwiegend rote Zipfelmützen, denn die Signalfarbe war im schwachen Licht unter Tage gut zu erkennen. Ihre Werkzeuge trugen sie am Gürtel, der auch die Kleidung hielt.

Nach der Zwergentypologie von Professor Hans-Werner Prahl sind diese Bergwerkszwerge den heutigen Arbeitszwergen zuzuordnen. Sicher waren sie mit den fleißigen, gutmütigen Zwergen Schneewittchens verwand.

Neue Aufgaben für Zwerge

Als die Stollen der Bergwerke größer wurden, war das Monopol der zwergenhaften Bergmänner gebrochen. Viele Zwerge suchten sich zwangsläufig eine andere Aufgabe.

Zwerge galten schon immer als naiv und gemütlich
Gartenzwerge gelten als bieder und engstirnig, fleißig und tölpelhaft.
Mit all ihren Schrullen kämpften sie sich durch die Jahrhunderte.

Möglicherweise war auch der "Deutsche Michel" ein Angehöriger
Ist der Ursprung des "Deutschen Michel" beim kleinwüchsigen Volk zu finden?
Sein Name wird zum ersten mal 1541 in Sebastian Francks Sprichwörtersammlung erwähnt, allerdings war Michels rote Zipfelmütze zerknittert und hing schlaff nach unten.

Zum Glück, für das Zwergenvolk brach bald das Barockzeitalter an und an den Adelshöfen wurde es Mode einen Zwerg zu halten. Die hohen Herrschaften lockten die kleinen Gesellen als Hofnarren in ihre Schlösser.

Von nun an hatten die Zwerge für Spaß zu sorgen, durften vorwitzig sein und bildeten sich weiter, in der Zwergentypologie nennt man sie deshalb Kulturzwerge. Sie verkleideten sich, fügten den roten Zipfeln grüne und gelbe hinzu, bogen sie nach unten und banden lustige Schellen daran fest.

Der Zwergentyp Freizeitheini entwickelte sich jedoch erst im 20. und 21. Jahrhundert.

Zwerge in der Kunstgeschichte

Dem französischen Künstler Jacques Callot dienten sie als geduldige Modelle für seine berühmten Callot-Zwerge.

Diese Karikaturen lösten einen regelrechten Boom aus, überall entstanden als Barockzwerge bekannt gewordene Zwergenfiguren. So geschah es, dass neben den lebendigen Hofzwergen in den barocken Schlossgärten immer mehr Schlossgartenzwerge auftauchten.

Aus Porzellan, Sandstein oder auch Marmor gefertigte Wichte spiegelten die Zwergencharaktere jener Zeit wieder, sie sind jedoch nicht die ersten bekannten Zwergenplastiken. Denn bereits in türkischen Landstrichen stellten die Menschen zwergenähnliche Tonfiguren auf, als dort noch Bergwerkszwerge heimisch waren. Diese Plastiken waren nicht als Deko gedacht, sie sollten vermeintliche Zauberkräfte neutralisieren, die dem Bergvölkchen angedichtet wurden.

  • Im Jahr 1689 entstand in Salzburg der Zwerglgarten, viele der damaligen Marmorzwerge lassen sich noch heute im Bastionsgarten bewundern.
  • Seit 1898 schauen verschmitzte, rot bemützte Zwerge auf die Besucher der Grottenbahn im Wiener Prater. Eigenartigerweise sind solche historischen Zwergen-Ansammlungen vorwiegend im deutschsprachigen Raum zu finden, in den vermeintlichen Ursprungsgebieten tauchen sie eher selten auf. Jüngere Zwergengenerationen sind inzwischen auch in andere Länder emigriert, wobei die allermeisten in unserer Region geblieben sind.
    Angekommen im Zeitalter der Gartenzwerge
  • Heute noch lebende Zwerge tarnen sich mit extremer Körpergröße und sind nur selten erkennbar. Dafür vermehren sich tönerne Gartenzwerge unaufhaltsam.
  • Manche Forscher sehen den Ursprung dieser, zunächst Gnome genannten, Zwergenart im Jahr 1872 andere nenne 1890 als Geburtsjahr. Damals begannen im thüringischen Gräfenroda zwei Gnömchenmacher mit der Serienproduktion der beliebten Gartenfiguren.

Viele Nachweise zur Zwergengeschichte sind bei Etta Bengen nachzulesen.

Wir danken der Autorin Katrin Heidelberger

Bild: 
Katrin Heidelberger
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